Panorama Le Chardon

Aktuelle Termine

Europäisches Barockorchester Le Chardon

Kritik 3 2016 Münster Markus Passion

Quelle: Zeitschrift CONCERTO, Das Magazin für Alte Musik, Februar/März 2010

Perlender Haydn

Joseph Haydn: Divertissements & Trios (London/Leipzig). Musikalische Traumreisen. Le Chardon: H. Wienroth (Trfl.), S. Standage (Vl.), P. Walshaw (Vc.). Lunaris (18240) (p)2009 (Vertrieb www.wienroth.net) CD

Einen bunten Musikreigen von Flötentrios und -divertimenti aus der Feder Joseph Haydns hat das Ensemble Le Chardon als seinen Beitrag zum Gedenkjahr des Komponisten vorgelegt. Dabei handelt es sich zum Teil um Originalkompositionen, zum Teil um zeitgenössische Bearbeitungen von Haydns Barytontrios, wie im Fall der Trii Hob. XI:82,100,118 und der Sonate V. Die Divertimenti Hob. IV:6-8 sind teilweise Haydns eigene Adaptionen von Arien aus seiner Buffo-Oper Il mondo della luna, (daher bezieht die CD auch ihren Untertitel). Die Werke kommen zum Teil leichtfüßig-tändelnd daher (vor allem in den Menuetten), voller Humor, geistreich, kunstvoll und auf jeden Fall prächtig unterhaltend mit ihren gefühlvollen Adagios, singenden Allegros und wirbelnden Prestos. Doch entfalten sie ihre Atmosphäre keineswegs von selbst, es bedarf schon des richtigen Verständnisses und Einfühlungsvermögens auf Interpretenseite.

Le Chardon, geführt von seinem Gründer Hajo Wienroth, versteht dies glänzend und bietet alle die typisch Haydn'schen Finessen farbenreich dar. Bemerkenswert ist auch das Instrument, das Wienroth so bezaubernd bläst: die originale Klappenflöte eines anonymen Instrumentenbauers von ca. 1810. Sie besitzt einen wunderbar tragfähigen, dabei intensiven und trotzdem ausgewogenen feinen Klang, der Haydns Intentionen sicherlich wunderbar trifft. Begleitet wird Wienroth von Simon Standage, dessen ebenso engagierter wie klangschöner Violinstil geradezu ideal mit dem Ton der Flöte verschmilzt. Kongeniale Partnerin der beiden ist Poppy Walshaw auf einem englischen Violoncello von 1777, das einen eher zurückhaltenden, sehr filigranen Ton liefert. Das Klangbild der Aufnahme ist wunderbar eingefangen,

nicht zu direkt, aber klar. So werden diese Haydn'schen Werke zu wahren Perlen aufpoliert und bieten einen Genuss von ganz besonderer Güte.

Olaf Krone

Quelle: Zeitschrift Concerto April/Mai 2009
Vier CDs im Vergleich
„... Die Krönung der vier Einspielungen stellt aber ohne Zweifel Markus Brutschers Produktion mit Le Chardon dar. Seine makellos leicht geführte und geradlinige Stimme scheint die ideale Besetzung für die Tenorpartien Bachs, die oft enorme sängerische Anforderungen stellen. Gemeinsam mit der sparsam angelegten Begleitung bieten Brutschers ruhig angegangenen Arien und deklamatorisch überragenden Rezitative eine fast meditative Versenkung in den Kosmos barocken Solo-Gesangs.”

Quelle: Radio mdr Figaro
Johann Sebastian Bach - "Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir"

Höchste vokale Kunstfertigkeit
Der musikalisch bei den Regensburger Domspatzen und im Augsburger Domsingchor aufgewachsene Markus Brutscher, zählt heute zu den führenden Oratoriensängern der jüngeren Generation. Seine helle, schlanke Stimme scheint insbesondere für die Musik Johann Sebastian Bachs geeignet. Auf dieser CD singt er eine Auswahl von sehr schwierigen Arien aus verschiedenen Bach-Kantaten.

Quelle: Bayrischer Rundfunk
Johann Sebastian Bach Kantaten und Arien
Von Matthias Keller
Stand: 07.01.2009
Die vorliegende CD, veröffentlicht auf einem wahrhaftigen Kleinlabel, ist zweifellos ein Schmankerl für alle Liebhaber Bach'scher Musik. Und auch, wenn der Markt inzwischen gut gesättigt ist mit Arien singenden Tenören: Markus Brutscher und das ihn begleitende Ensemble gehören gewiss nicht in diesen Topf. Der Name des Orchesters sagt es schon: Le Chardon (die Distel) ist ein ambivalentes Gewächs, geprägt von einer durchaus eigenwilligen Anmut.
Warm timbrierter Tenor
Entsprechend ungeschönt und beseelt vom Gedanken historisch-authentischer Bach-Interpretation haben sich die acht Musikerinnen und Musiker im ostfriesischen Städtchen Leer um den aus dem bayerischen Landsberg stammenden Solisten geschart, um sich gemeinsam mit ihm zu einer sehr intensiven Ensemble-Leistung aufzuschwingen. Dabei wird Brutscher einmal mehr seinem Ruf als außergewöhnlicher Vertreter seines Stimmfachs gerecht: Sein warm timbrierter, streckenweise fast baritonhafter Tenor hebt sich angenehm ab vom eingangs erwähnten Heer der Konkurrenz. Eine im besten Sinne unspektakuläre Bach-CD!
 

Quelle: SWR 2
Donnerstag | 26.02.2009
20.03 - 21.00
(57 min.)

SWR2 Alte Musik
Neue Einspielungen
Vorgestellt von
Dagmar Munck-Sandner
Und mit Bach soll unsere heutige Alten Musik in neuen Einspielungen hier in SWR2 auch ausklingen, mit der CD eines kleinen Labels aus dem Norden. Das Programm ist nicht besonders ausgefallen, Tenorarien und Kantaten für Tenor von Altmeister Bach, aber sind so beseelt musiziert, das nicht nur dem Bachfan das Herz aufgeht. Der Tenor Markus Brutscher ist in der historischen Szene kein Unbekannter. Mit warmem, geschmeidigem Timbre kostet er die Seelenschattierung des Gläubigen in Bachs Kantaten aus und das Barockorchester Le Chardon folgt ihm in großer Ruhe, mit federndem Puls. Hajo Wienroth ist der Leiter und Flötist des Ensembles.

 

 

Rezension  zur Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach

am Sonntag, den 22.März 2015 in der Lutherkirche zu Leer 

Gadow

Eine Äußerst beeindruckende Aufführung der Johannespassion von Johann  Sebastian Bach erlebten die Zuhörer am vergangenen Sonntag in der  Lutherkirche in Leer. Zwar genießen monumentale Oratorien wie dieses  ohnehin einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung.

Kommt jedoch eine Aufführungspraxis hinzu, die sich mit hoher Sachkenntnis  auf Original-Instrumente mit deren auf historischem Kammerton  basierender Stimmung und spezifischer Spielweise stützt, ist schon fast  zwingend mit einer intensiven Wirkungssteigerung zu rechnen. Der Grund  liegt in dem gegenüber moderner Praxis differierenden Frequenz- und Klang-Spektrum, das sowohl physisch als auch gemütsmäßig auf eine andere Resonanz-Ebene des Zuhörers trifft. 

Diesbezüglich bewies sich auch hier wiederum der sichere Griff von  Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold bei der Verpflichtung des  €ž”Europäischen Barockorchesters Le Chardon” und der Vokal-Solisten sowie  der auf diese Aufgabe vorzüglich “eingeschworenen” Chorsänger! Nicht oft hört man wie hier derart lupenrein und klangschön musizierende  Instrumental-Solisten - etwa auf der Gambe, der Traversflöte oder dem  Englischhorn - oder mit betont wenig Tremolo arbeitende  Gesangs-Solisten. Unter letzteren hat die “Mammut-Arbeit in solchen  Werken bekanntlich der Tenor zu leisten: zum einen als berichtender  Evangelist, zum andern in seinen zusätzlichen, oft sehr strapaziösen  Arien. Mirko Ludwig meisterte seinen Part mit großer Hingabe und  zwingender Präsenz. -  Für manche Zuhörer vielleicht noch ungewohnt: der  Männer-Altus David Erler, der seine Partien in äußerst feinfühliger  Weise beinahe wie in andere Sphären entrückte. Seine Interpretation der  Arie: “€žEs ist vollbracht war von fast übernatürlicher Eindringlichkeit. -  In der Partie des Jesus überzeugte Yorck Felix Speer, Bass, mit  kraftvoller, geradliniger Aussage. Die anderen Bass-Partien (Pilatus und Arien), interpretiert von Dirk Schmidt, überzeugten durch dessen  strahlendes Timbre und seine ebenfalls bewundernswerte physische  Strapazierfähigkeit. - Die kurzfristig für ihre erkrankte Kollegin  eingesprungene Sopranistin Margaret Hunter fügte sich sensibel in diese  spezifisch angelegte Aufführung ein. Besonders ihre Arie “Ich folge dir  gleichfalls mit freudigen Schritten” hatte den gebotenen mitreißenden  Schwung.

Schließlich und endlich muss nun natürlich auch der äußerst alert, intonationsrein  und textsicher musizierende “€žHeinrich-Schütz-Chor Ostfriesland” lobend  erwähnt werden! Seien es die sämtliche physische Reserven fordernden  polyphonen Motetten-Sätze oder die dramatischen Szenen des tobenden  Volks, die prompten Anschluss-Einsätze zwischen Solo-Partien bei  zuweilen wechselnden Tonarten oder die dynamisch ausgewogene  Text-Interpretation in den Chorälen, nicht zu vergessen die  Chor-Solisten in den Rollen des Dieners und der Magd - dieses höchst  zuverlässige Zusammenwirken dieses Chors auch mit Solisten und Orchester trug zusätzlich zu der Geschlossenheit der Aufführung bei.

Diese meisterhaft umgesetzte Reflexion des Komponisten Johann Sebastian Bach  über das uralte menschliche Thema des Kampfes zwischen Licht und Dunkel  in der göttlichen Schöpfung und der erhofften Erlösung daraus fand in  der hier gehörten Aufführung ihre würdigen Apologeten! - Dass nach dem  letzten Akkord eine offiziell erwünschte Stille eintrat, konnte dem  starken inneren Nachklang dieses Geschehens nur zusätzlich förderlich  sein!

Westfalische-1
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Bad Arolsen Kritik
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